11 Dezember 2009

Blog Herr Minder: was soll man dazu sagen?

Jetzt bin ich inzwischen 67 und sollte es als ehemaliger Raucher eigentlich besser wissen - und trotzdem habe ich es kaum geglaubt:
Da lese ich in einem dieser Gratisblätter, dass Snus bei Jugendlichen immer beliebter wird. Wissen Sie, was Snus ist? Also ich wusste es nicht. Das ist Tabak in Papiersäckchen, die man sich hinter die Lippen schiebt und daran nuckelt. Davon wird man nikotinabhängig, bekommt braune Zähne und Mundhöhlenkrebs. Inzwischen soll es Oberstufenschüler geben, die mit dem Zeug nicht mehr einfach so aufhören können! Wieso kennt der menschliche Einfallsreichtum eigentlich keine Grenzen, wenn es um Suchtmittel geht? Wir rauchen das Zeug, kauen es und schnupfen es - und jetzt kommt jemand auf die gloriose Idee, daran zu nuckeln wie an einem Teebeutel. Demnächst wird irgend ein Schlaumeier herausfinden, dass man Nikotin auch als Salbe einschmieren oder in die Vene spritzen... Manchmal frage ich mich wirklich, woher dieser Drang zur Selbstzerstörung kommt.
Und wissen Sie, was ich schon fast das Schlimmste an der ganzen Geschichte finde? Habe ich ebenfalls gelesen: Snus zu verkaufen ist eigentlich verboten, aber man kann für den Eigengebrauch über die Grenze nehmen. Soso. Besonders beliebt sind diese Tabak-Beutelchen bei Hockeyspielern, sagt man. Dabei sollten doch Sportler ein Vorbild sein und gesund leben.

13 November 2009

Blog Frau Aeschbacher: Rauchstopp und Schweinegrippe

Langsam aber sicher scheint es so, als ob sie doch noch kommt: die Schweinegrippe. Jedenfalls werde Kindergärten, Schulen und halbe Militärkasernen geschlossen um das Risiko einer Massenansteckung zu mindern. Auch bei uns im Bekanntenkreis sind viele Leute krank, aber ob es nun tatsächlich die Schweinegrippe ist? Oder einfach die normale saisonale Grippe? Impfen tun wir uns noch nicht, der Heiri und ich. Ich habe erst kürzlich gelesen, dass Raucher anfälliger sind auf Grippe. Ein Rauchstopp kann schon innerhalb weniger Wochen das Gripperisiko senken. Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen aus der Vergangenheit belegen das höhere Gripperisiko für Rauchende. Die Französische Fachstelle für Tabakprävention OFT hat entsprechende Studien ausgewertet. Ich finde das noch interessant, und bin einmal mehr froh, dass ich das Rauchen aufgegeben habe. Auch wenn es mich zwischendurch immer noch reizt, doch: Ich belasse es beim Sammeln meiner Aschenbecher, das schädigt weder die Gesundheit noch steigert es das Gripperisiko. Und macht mit trotzdem Freude.

11 November 2009

Blog Frau Aeschbacher: Der 1. Mai 2010

Nun, bald ist es also soweit: Das Rauchen wird in der ganzen Schweiz in den meisten Restaurants und Bars, aber auch in geschlossenen öffentlichen Räumen sowie in Arbeitsräumen verboten. Und zwar ab dem 1. Mai 2010. Nicht mehr geraucht werden darf ab 1. Mai 2010 in Kinos, Einkaufszentren, Schulen und Sportanlagen. Doch Ausnahmen sind möglich: Weniger als 80 Quadratmeter grosse Gastbetriebe können als Raucherlokale zugelassen werden. Grössere Lokale können Fumoirs für Raucher einrichten.
Auch in Büros wird das Rauchen grundsätzlich verboten sein. Wer aber in einem Einzelbüro oder im Freien arbeitet, darf weiterhin rauchen. Heiri und ich haben den Bundesrat Couchepin in der Tagesschau gesehen: In den meisten Kantonen werde die neue Regelung nichts ändern, meinte er. In 18 Kantonen gebe es bereits Gesetze zum Schutz vor dem Passivrauchen. In 15 dieser Kantone seien die Gesetze strenger als jene vom Bund; Raucherlokale seien dort verboten. Ich finde es gut, dass die Sache dann schweizweit geregelt sein wird. Sind wir also gespannt auf nächsten Frühling!

15 Oktober 2009

Blog Frau Aeschbacher: Südafrika, wir kommen!

Spannend war dieses Qualifikationsspiel Schweiz-Israel am 14. Oktober ja nicht gerade. Mir taten auch all die Zuschauer im Joggeli vor Ort leid, die sich den ganzen, langweiligen Match lang die Nase abfroren. Immerhin hat sich dann die Schweiz auch ohne Tor für die WM in Südafrika qualifiziert. Das ist doch mal was.
So wird also unsere Schweizer Nati nächstes Jahr gen Süden fliegen und dort das runde Leder kicken. In Südafrika gilt übrigens schon seit fast zehn Jahren ein strenges Rauchverbot. Wenn beispielsweise ein Kind unter 12 Jahren in einem Auto mit fährt, darf für diese Zeit nicht zur Zigarette gegriffen werden. Neben Fahrzeugen wurden weitere zusätzliche Bereiche in das landesweite Rauchverbot aufgenommen. Zudem dürfen Tabakprodukte nur noch an Orten verkauft werden, zu denen Heranwachsende keinen Zugang haben. Auch die Attribute "leicht" oder "mild" auf Zigarettenverpackungen sind fortan verboten. Mit den neuen Regelungen sind strenge Auflagen bzw. hohe finanzielle Strafen verbunden.
Also, wer vorhat, die Schweizer Kicker in Südafrika zu unterstützen sei gewappnet. Hier gibt's mehr Informationen zu Rauchverboten und Passivrauch.

Blog Herr Minder: Da soll noch jemand drauskommen!

Liebe Frau Aeschbacher, da scheinen die Türken ja ziemlich klare Verhältnisse geschaffen zu haben. In meiner eigenen Heimat dagegen habe ich den Überblick verloren. Das kann ich Ihnen erklären, aber ich muss ganz vorne beginnen:
Das Landesmuseum in Zürich wurde umgebaut, seit August gibt es eine neue Dauerausstellung. Die wollte ich mir mal ansehen. Aber das ist nicht die eigentliche Geschichte. Die beginnt, als ich zum Bahnhof zurück lief. Da spricht mich einer dieser Leute an, die mit Klemmbrett und Kugelschreiber auf dem Trottoir lauern und dauernd den Kollisionskurs mit den Passanten berechnen. Der Mann fragte mich, ob ich für ein Rauchverbot unterschreiben wolle.
Da war ich baff, weil es in meinem Heimatkanton Zug schon seit diesem Sommer ein Rauchverbot in Restaurants gilt und auch hier in Zürich ist es eine beschlossene Sache. Sogar der Bund will ein Verbot einführen allerdings haben die in Bern sich etwas Zeit gelassen.
Wozu also soll ich noch mein Autogramm geben? Stellt sich heraus: Der Mann will eine Unterschrift für die Eidgenössische Volksinitiative Schutz vor Passivrauchen der Lungenliga Schweiz. Der Unterschriftensammler erklärt mir, dass mit Verordnung des Bundes weiterhin in verrauchten Räumen arbeiten müssten. Und die Lungenliga wolle eine einheitliche Regelung für die ganze Schweiz. Und da ich als alter Bähnler ja viel in der Schweiz herum komme, ist mir das sympathisch - und ich habe unterschrieben.

31 Juli 2009

Blog Frau Aeschbacher: Rauchen wie ein Türke?

Dieses Sprichwort kommt nicht von ungefähr, soviel kann ich also sagen. In der Türkei wird gerne und viel geraucht und diese Rauchgewohnheit ist weltweit bekannt. Seien es Zigaretten oder die Nargileh, eine Wasserpfeife die fast rituell und mit einer langen Tradition konsumiert wird. Beinahe überall konnte man in der Türkei rauchen: Auf dem Basar, in Restaurants, am Arbeitsplatz. Nun ist Schluss damit! Meine Arbeitskollegin Meral, die ursprünglich aus der Türkei kommt, hat mir davon berichtet. Schluss, aus mit dem Tabakkonsum in öffentlichen Räumen. Aufgrund des bereits im 2008 und nun vollständig in Kraft getretenen Nichtrauchergesetzes ist das Rauchen landesweit in allen öffentlichen Verkehrsmitteln, Arbeitsplätzen, Bahnhöfen, Flughäfen, Banken, Restaurants, Bars, Cafés, Teehäuser und eben sogar in Nargileh-Cafés absolut verboten. Raucherräume sind auch nicht gestattet. Auch unter Sonnenschirmen in Gärten der Gaststätten darf nicht mehr gepafft werden! Rauchen wie ein Türke? Das scheint bald zur Vergangenheit zu gehören, wenn man schaut wie strikt die Türkei ihr Rauchverbot einhält. Ausnahmen gibt es aber auch dort: In Gefängnissen, Alters- und Pflegeheimen, Rehabilitationseinrichtungen, Hotels und an Deck von Überseeschiffen ist das Rauchen nicht verboten... Meral raucht zwar, findet aber das neue Gesetz sehr positiv. Nach Angaben der Regierung sterben jährlich 100.000 Menschen in der Türkei an den Folgen des Rauchens. Mit dem seit 2008 geltenden Rauchverbot in öffentlichen Räumen ist die Zahl der Raucher um sieben Prozent zurückgegangen. Das ist doch eine beachtliche Zahl!

05 Juni 2009

Blog Frau Aeschbacher: Welttag ohne Tabak

Vergangenen Sonntag war wieder einmal Welttag ohne Tabak. Was das heisst? Der Bauer Bernhard Wyss findet ein sei ein guter Gedankenanstoss, um auf die gesundheitsschädigenden Seiten aufmerksam zu machen. Wyss pflanzt auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb teilweise auch Tabak an. Doch heuer ist es das letzte Mal, Aufwand und Ertrag stimmen für Wyss nicht mehr überein wegen der stark gesunkenen Kontingente.
Was bin ich froh, dass mein Heiri stets seinen Kühen und dem Käse treu geblieben ist. Klar, auch die Milchpreise sind so tief wie noch nie. Aber Heiri hat mit seinem Käse scheinbar den Nerv der Zeit getroffen: Er kann den rezenten Gaumenschmaus seit einiger Zeit in etablierte Gourmettempel der Schweiz liefern. Das freut uns enorm! Vielleicht sollte Bauer Wyss auch auf eine Käse-Marktlücke stossen, das würde ihn über den Verlust des Tabakanbaus hinwegtragen.
Zahlreiche Menschen in der Schweiz haben in letzter Minute und anlässlich des Welttags für Tabak am Rauchstoppwettbewerb der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention teilgenommen. Der Rauchstopp-Wettbewerb steht allen Raucherinnen und Rauchern offen. Die Anmeldefrist läuft noch bis zum 5. Juni 2009. Allez hopp!

08 Mai 2009

Blog Frau Aeschbacher: Countdown für den Kanton Bern

Ach was, Herr Minder, ich halte Sie doch nicht für senil! Im Gegenteil, Sie wirken auf mich topfit und junggeblieben. Chapeau. Nun zum Countdown: Wie der Berner Regierungsrat im Februar beschlossen hat, werden die Bestimmungen zum Schutz der Bevölkerung vor dem Passivrauchen auf den 1. Juli 2009 in Kraft treten. Von diesem Zeitpunkt an sind öffentlich zugängliche Innenräume im Kanton Bern konsequent rauchfrei. Das Rauchen ist nur noch in Fumoirs gestattet. Wie wir in diesem Blog ja auch schon thematisiert haben, ist die Regelung in der Schweiz nicht einheitlich. Aber trotz den verschiedenen Regelungen scheint sich das Thema in der Bevölkerung mittlerweile etabliert zu haben. Ein Grossteil der Bevölkerung befürwortet die neuen Gesetze. Aber wie immer sprechen sich auch einige Leute vehement dagegen aus und empfinden die Regelung als Eingriff in die persönliche Freiheit. Es gibt Wirte, die nicht mehr weiter machen wollen und sich gegen das neue Gesetz auflehnen. Und solche, die es zwar nicht nur gut finden aber sich der neuen Situation anpassen werden. Trostpflaster: der Mensch ist ja bekanntlich ein Gewohnheitstier.

Laufe ich in den Gassen Berns umher und besuche die verschiedenen Bars und Restaurants, habe ich irgendwie das Gefühl, dass es für die meisten Leute keine grosse Umstellung wird. Vielerorts bestehen bereits gewisse Regelungen, wurden schon Fumoirs eingerichtet oder die Restaurants bereits ganz auf Rauchfrei umgestellt. Ich wage zu behaupten, dass im Kanton Bern spätestens im Herbst niemand mehr gross ein Wort darüber verlieren wird. Sind wir gespannt!

02 April 2009

Blog Herr Minder: Keine Altersmilde!

Frau Aeschbacher hat mich öffentlich gescholten, weil ich den Rauchern dafür ein Chränzli gewunden habe, dass sie sich - mindestens da wo ich herkomme - rücksichtsvoll verhalten. Vielleicht hält mich die gute Frau mit meinen 67 Jährchen ja für altersmilde - oder gar senil? Nein, Spass aufs Velo, liebe Frau Aeschbacher. Aber mir ist es halt am liebsten, wenn sich der Staat in solche Dinge nicht einzumischen braucht, sondern wenn die Leute selber vernünftig handeln. Wenn das dann einmal der Fall ist, darf ich doch ruhig auch mal loben.
Damit jetzt aber nicht der Eindruck entsteht, ich würde mich mit dem Tabak anfreunden, sage ich Ihnen frisch von der Leber, was mich gewaltig stört: Als ehemaliger Bähnler bin ich ja ein Freund des öffentlichen Verkehrs. Und als passionierter Berggänger bin ich öfter mal am Morgen früh auf dem Perron anzutreffen. Wenn sich dann zu dieser Tageszeit jemand neben mich stellt und mir seinen Zigarettenrauch ins Gesicht wehen lässt, dann plagt mich Brechreiz. Ehrlich. Ich würde niemandem verbieten wollen, im Freien zu rauchen, aber am Morgen früh auf nüchternen Magen ertrage ich es einfach nicht. Nicht weniger schlimm sind die Pendler, die nach einem anstrengenden Sommertag auf den Zug spurten und sich dann dampfend und mit der Ausdünstung eines Aschenbechers neben mich ins Zugabteil werfen.
So, jetzt habe ich's gesagt. Liebe Raucher, diese beiden Dinge finde ich wirklich ekelhaft!

19 März 2009

Blog Frau Aeschbacher: Staub auf der Lunge? Nein danke.

Es ist so: In einigen Punkten stimme ich mit Ihnen überein, Herr Minder. Mich dünkt auch, es herrsche ein kleines Durcheinander was die Gesetzesänderungen angeht. Die Schweiz mit ihren 26 Kantonen und der föderalistischen Organisation macht es sich schon schwerer als beispielsweise Italien. Dort wurden vor bereits vier Jahren (!) von einem Tag auf den anderen alle Bars und Restaurants rauchfrei. Ecco. Laut einem Marktforschungsinstitut begrüssen 83 Prozent unserer Nachbarn die Gesetze und somit die reine Luft. Und ja, Sie haben schon recht. Die Raucher hier in der Schweiz gewöhnen sich auch langsam an das Thema und nehmen Rücksicht. Aber ihnen ein Chränzli winden deswegen, das geht mir dann doch etwas zu weit. Wir Nichtraucher können ja nichts dafür, dass das Rauchen vor einigen Jahren noch so populär war, dass sogar in Tram und Bus oder in Fernsehsendungen geraucht wurde - mal abgesehen von Gölä, der letzthin (als er noch als Musicstar-Juror fungierte) vor laufender Kamera rauchte und Bier trank. Rock n' Roll? Als Büetzer hat er ja ohnehin schon Staub auf der Lunge, dennoch hätte er uns mit dieser Aktion verschonen können. Denn cool finden das wohl die wenigsten Zuschauer. Diese Zeiten sind defintiv vorbei.
Freuen tut mich, so wie Sie Herr Minder, dass das Thema "Schutz vor Passivrauch" trotz allem immer wie mehr Akzeptanz findet und auch in der kleinen, föderalistischen Schweiz selbstverständlich wird.

13 März 2009

Blog Herr Minder: Ein Chränzli für die Raucher

Heute will ich den Rauchern mal ein Chränzli winden! Weil Raucher nach meiner Erfahrung Rücksicht nehmen: In der Beiz, an öffentlichen Orten, in privaten Gesellschaften und ? wie meine Bekannten mir erzählen ? auch bei der Arbeit. Sie fragen, ob sie rauchen dürfen, sie halten sich an Rauchverbote und gehen ins Freie. Vielleicht nicht alle, aber die meisten. Das ist auf jeden Fall mein Eindruck. Jetzt kann man natürlich sagen, das sei selbstverständlich. Aber dafür will ich ihnen trotzdem mal danken. Nicht nur, weil es Nichtraucher vor dem schädlichen Passivrauchen schützt. Sondern auch deshalb, weil es den Umgang miteinander einfacher macht und weil dieses lästige Thema Rauchen im Alltag weniger wichtig wird. Ich meine, es ist einfach nicht gut, wenn wir ständig darüber verhandeln müssen, wer warum wie viel und wo raucht.
Allerdings gibt es eine Ausnahme. Weil ich mich ja entschlossen habe, für diesen Blog zu schreiben, schaue ich die Zeitungen etwas genauer zum Thema Rauchen durch. Und ich habe den Eindruck, dass es im Moment beim Rauchen in Beizen und Restaurants ein Puff gibt. Frau Aeschbacher schreibt ja, dass sie sich darüber freut, dass bei ihr im Kanton Bern ab dem 1. Juli Ende Feuer ist. Im Kanton Zug, wo ich herkomme, gilt die gleiche Regel und ich bin froh darüber. Aber es gibt einige andere Kantone in denen die Situation etwas kompliziert ist: In St. Gallen hängt die Regelung von der Gemeinde ab, Uri hat über ein Verbot abgestimmt und ändert es jetzt gleich wieder, in Genf kämpfen Sie bis vor Bundesgericht über den Schutz vor dem Passivrauche und ich könnte die Liste wahrscheinlich noch fortführen. Wer will, kann sich hier informieren.
An diesem Zustand wird sich wahrscheinlich erst etwas ändern, wenn das Gesetz zum Schutz von Passivrauchen in Kraft tritt, das vom Parlament im letzten Herbst verabschiedet wurde. Verstehen Sie mich recht: Ich bin weder gegen die direkte Demokratie noch gegen den Föderalismus ? wie käme ich auch dazu! Aber ich glaube, es wäre allen gedient, wenn bald einmal klar wäre, was erlaubt ist und was nicht. Und zwar möglichst überall. Dann könnten wir in der Beiz wieder über Angenehmeres diskutieren und das Rauchen vergessen. Stimmt doch, oder?

17 Februar 2009

Blog Frau Aeschbacher: Schnee von gestern

Langsam hab ich die Nase voll von diesem Winter. Schon klar, dass alle Wintersportler und Schneeschuhwanderer, Schlittelbegeisterten und IglubauerInnen bei jedem erneuten nächtlichen Schneefall in Begeisterung ausbrechen und verlängerte Wochenenden veranstalten, um ihre Aktivitäten so richtig auf die Spitze zu treiben. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich mag es allen gönnen! Aber ich bin halt mehr der Sommertyp - Badespass an Seen oder Flüssen, lange gemütliche Abende auf der Veranda und natürlich die wärmende Sonne. Das sich-in-Schichten-verpacken-müssen fällt ebenso weg wie die latente Graustimmung, verursacht durch die kurzen Tage und den Vitamin D Mangel. In einer deutschen Studie wird sogar ein Zusammenhang zwischen einem Mangel an Vitamin D und dem Risiko sowohl für Gesamtsterblichkeit als auch für die Sterblichkeit an Herz- und Kreislauferkrankungen nachgewiesen.
Ich ziehe daraus den unerfreulichen Schluss, dass eine Person mit winterlich bedingtem Vitamin D-Mangel und einer Nikotinabhängigkeit ein doppeltes Risiko trägt von Herz- Kreislaufbeschwerden betroffen zu sein. Noch unerfreulicher: Angenommen, ich als Nichtraucherin leide unter einem Vitamin D-Mangel und verbringe regelmässig gesellige Abende in meiner Stammbeiz, die leider bis unter die Decke mit Rauch gefüllt ist ...
Bei uns im Kanton Bern sollte sich dieses Problem ab dem 1. Juli erübrigen: In Konzertlokalen, Einkaufszentren, Kinos, Beizen und Theater - in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen gilt ab dem 1. Juli striktes Rauchverbot. Rauchen in öffentlich zugänglichen Räumen ist nur noch in eigens dafür eingerichteten und geschlossenen Räumen, in Fumoirs gestattet. Und im Juli, wenn die Sonne dann wieder scheint, ist auch der Vitamin D-Mangel hoffentlich Schnee von gestern!

23 Januar 2009

Blog Frau Aeschbacher: Zum Auftakt

Sind Sie gut in das neue Jahr gestartet? Mit Feuerwerk, Champagner, Festtagspastete und Tischbomben? Oder eher besinnlich und ruhig mit Bleigiessen im kleinen Kreise? Bevor der Januar 2009 schon wieder Geschichte ist, melde ich mich noch zu Wort. Eine kleine Neujahrsansprache meinerseits, sozusagen. Nicht nur Bundespräsidenten können zum Volk sprechen, das Volk selber hat ja zum Glück auch eine Stimme. «Yes, we can»! Okay, der Slogan mag langsam abgedroschen klingen. Aber es ist eben schon so: Wer etwas ändern will, der kann dies auch. Zumindest einen Versuch ist es wert. Klar, es muss manchmal zünftig investiert werden, Geduld gehört wohl auch dazu sowie eine Portion Optimismus. Statt guten Vorsätzen versuche ich jeweils, mir für das kommende Jahr ein realistisches Ziel zu setzen. Lassen Sie mich überlegen... Letztes Jahr war dies, eine bessere work-life-Balance zu finden. Ich würde sagen, mit Heiris Alp und regelmässigen Ausflügen in die Natur habe ich das Ziel erfüllt. Vor zwei Jahren war mein Ziel, die Aschenbechersammlung auf e-bay zu versteigern. Dies ist mir nicht gelungen, im Gegenteil: Es sind neue (wirklich ausserordentlich schöne!) Exemplare hinzugekommen und so ging dieser Schuss nach hinten los. Für das neue Jahr habe ich mir zum Ziel gesetzt, meine Freundin Lotta bei der Rauchentwöhnung zu unterstützen. Dies ist nämlich ihr guter Vorsatz für 2009, sie wolle einen «change». Hoffentlich gelingt der lieben Lotta dieser turn around ? ich jedenfalls stehe voll hinter ihrem Vorhaben und glaube, dass Lotta es schaffen kann. Wenn sie will!

19 Dezember 2008

Blog Herr Minder: Es guets Neus!

In den letzten Jahren habe ich manchmal gedacht, solche Winter, wie es sie in meiner Jugend noch gab, die seien vorbei - und schon stecken wir bis zur Hüfte im Schnee. Spätestens bei diesem Wetter wird einem klar, dass es mit dem 2008 bald fertig ist. Zeit, um zurück und vorwärts zu blicken. Und da ich ja pensioniert bin, habe ich jetzt auch Zeit für solche Sachen. Gute Vorsätze werde ich mir wohl keine mehr fassen; wissen Sie, in meinem Alter ...
Falls Sie aber vorhaben, im neuen Jahr mit dem Rauchen aufzuhören, kann ich Sie nur beglückwünschen. Ich habe nie bereut, dass ich damit aufgehört habe. Aus meiner Erfahrung muss ich Ihnen einfach sagen: Machen Sie keine halben Sachen. Wenn Sie aufhören wollen, dann packen Sie es richtig an und lassen Sie sich beraten. Sonst wird das nichts. Auch das weiss ich aus eigener Erfahrung.
So, und jetzt wünsche ich Ihnen und Frau Aeschbacher schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich werde versuchen, das Festtagsmenu, das meine Frau Monika zaubert, mit Langlaufen wieder abzuarbeiten. Und sonst machen wir es uns gemütlich mit einem schönen Milchkaffee und einem Jass.
Leben Sie wohl!

18 Dezember 2008

Blog Frau Aeschbacher: Oh Tannenbaum...

Wahnsinn, wie die Zeit wieder rast. Gerade eben verbrachten wir in Frankreich unsere Sommerferien und schon ist wieder kurz vor Weihnachten. Wenigstens sieht es im Moment danach aus, als ob es weisse Weihnachten geben wird. Diese Schneemassen, vor allem in den Bergen bei Heiri, sind ja enorm. Am vergangenen Wochenende haben Heiri und ich deshalb die Gelegenheit beim Schopf und die Skier unter die Arme gepackt. Uuuh, war das schön! Und zu meinem Erstaunen habe ich das Skifahren nicht verlernt. Wie ein junges Reh sauste ich die Pisten runter. Was weniger Spass machte war die Mittagspause in der Skihüttenbeiz. Stumpen, Pfeifen und Zigaretten verursachten einen unerträglich dicken Nebel, dass mir der Appetit auf die Käseschnitte verging. Aber es kommen andere Zeiten auf uns zu: Anfangs 2009 wird der Bundesrat bestimmen, wann das nationale Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen in Kraft treten wird. Das Gesetz sieht abgetrennte Räume vor, wo sich die Raucher aufhalten dürfen. Und auch Gaststätten mit weniger als 80 Quadratmetern Grundfläche dürfen als bediente Raucherlokale geführt werden. Da weht in anderen europäischen Ländern durchaus ein anderer Wind. England beispielsweise hat im Juli 2007 von einem Tag auf den anderen eines der strengsten Rauchverbotsgesetze eingeführt. Ohne Fumoirs. Mit Bussen gegen Verstösse. Sei's drum, ich wünsche an dieser Stelle allen Leserinnen und Lesern ruhige, besinnliche Weihnachtstage und einen optimalen Rutsch in das neue Jahr! Und vielleicht nehmen sich die einen oder anderen ja gute Vorsätze, wer weiss... Prosit!

27 November 2008

Blog Herr Minder: Das möchte ich nicht noch einmal erleben

Soso, die Frau Aeschbacher sagt «Halbstarker» zu mir. Das ist ja starker Tobak! Aber unsere Vorbilder haben wir damals nicht im amerikanischen Kino gesucht, sondern in der Schweiz. Bin eben auf dem Land aufgewachsen, Frau Aeschbacher. Nicht Marlon Brando, sondern Jacques Piccard und Jo Siffert. Von solchen Sachen haben wir geträumt.
Aber eigentlich wollte ich über etwas ganz anderes schreiben. Als pensionierter Bähnler habe ich ja Zeit. Da habe ich einen alten Kollegen in Basel besucht - für einen Jass. Im Bahnhof Basel ist mir die Basler Zeitung in die Finger gekommen und ich lese:
"Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation wird COPD - das ist die Abkürzung für die Lungenkrankheit "Chronic obstructive pulmonary disease" - im Jahr 2030 die vierthäufigste Todesursache sein. In der Schweiz leiden heute gegen 400'000 Personen an COPD. Die Atemwege verengen sich, meist leiden die Personen zugleich unter Symptomen der chronischen Bronchitis. In 90 Prozent der Fälle wird COPD durch die Reizwirkung von Tabakrauch ausgelöst."
Diese Krankheit stelle ich mir furchtbar vor. Zum Glück habe ich das in meiner Familie und meinem Freundeskreis noch nie erlebt. Etwas anderes dafür schon - und das hat mir gereicht: Ein Onkel von mir rauchte sein Leben lang stark. Er bekam Kehlkopfkrebs, musste operiert werden. Danach hatte er dieses künstliche Ventil am Hals, sie wissen schon. Hat zum Glück noch einigermassen sprechen können, konnte aber nur noch schwer schlucken. Etwa sieben Jahre nach Ausbruch der Krankheit ist er gestorben. Ziemlich schwer. Das ging mir damals wirklich nahe. Und trotzdem habe ich selber noch nicht aufgehört mit den Zigaretten. Warum eigentlich?

31 Oktober 2008

Blog Frau Aeschbacher: Marmor, Stein und Eisen bricht...

Aha, da tut sich was. Heute flatterte eine Meldung aus Bern ins Haus, und zwar vom Konzertlokal Bierhübeli. Vor einigen Jahren war ich oft im "Hübeli" anzutreffen, zusammen mit meiner Freundin Lotta. Sie wohnt ja in Ostermundigen. Wir haben vor allem die Schlagerdiscos und manchmal auch die 80er-Parties besucht und bis in die frühen Morgenstunden getanzt. Ach, das waren noch Zeiten! Aber meine Kleider haben am nächsten Tag jeweils so grässlich nach Rauch gestunken, dass ich die Schlagerparty-Ära beenden wollte. Dies führt mich gleich wieder zurück zum eigentlichen Thema, ich zitiere: "Ab 1. November rauchfreie Konzerte im Berner Bierhübeli. Bereits vor der gesetzlichen Verordnung, welche auf Mitte 2009 zu erwarten ist, haben wir vom Bierhübeli beschlossen, ab 1. November 2008 rauchfreie Konzerte anzubieten. Das Bedürfnis nach einer rauchfreien Konzertatmosphäre wurde in letzter Zeit seitens der Künstler wie auch des Publikums immer häufiger angemeldet. In der Lounge darf weiterhin geraucht werden." Da jubelt und hüpft mein Musikherz! Ich freue mich auf eine Fortsetzung meiner wunderbaren Zeit dort, hoffentlich in Begleitung von Heiri - und herzliche Gratulation zum Entscheid!

17 Oktober 2008

Blog Frau Aeschbacher: Born to be wild?

So war das also in Ihrer Jugend, Herr Minder. Eine "Tschuppälä" wilder Männer. Halbstarke, wie das damals auch hiess. Töfflibuebe. Da war es wirklich angesagt und ganz Marlon-Brando-mässig, wenn man in den engen Röhrlijeans, den Schlabberpulis, verzauster Frisur und mit der Kippe im Mund auf seine Braut wartete. Ich hatte damals auch so einen Fang, war mächtig stolz auf sein äusserst erwachsenes Auftreten ? inklusive Zigi. Obwohl ich den Geruch gar nicht mochte. Später dann, so mit 25, haben mir andere Typen imponiert. Die Individualisten, also mehr so der Bruno-Manser-Typ. Naturbursche halt. So wie mein Heiri ja schliesslich auch einer ist.

Heute heissen die jungen Leute Hip Hopper, Technos oder Emos, habe ich mir sagen lassen. Und irgendwie gehört das Rauchen immer noch zu einem coolen Erscheinungsbild. Aber nicht bei allen! Im HB in Zürich habe ich letzthin ein Gespräch mitgelauscht, ich glaube es waren drei Emos die sich eifrig über das Rauchen unterhalten haben. Alle drei haben vor kurzem aufgehört, weil es "zu teuer und einfach ungesund" sei. Chapeau. Also kann durchaus an die Vernunft der jungen Wilden appelliert werden, denke ich. Übrigens, Herr Minder: Nicht nur in Genf dürfen keine Zigaretten mehr an Jugendliche unter 18 verkauft werden. Dänemark erhöhte das Mindestalter für den Kauf von Zigaretten um zwei Jahre auf 18 Jahre. Nun sind wir aber mal gespannt, wann die anderen Kantone es Genf und Dänemark gleichtun!

15 Oktober 2008

Blog Herr Minder: Den Jungen müssen wir Sorge tragen.

Allen, die es lesen wollen, habe ich das letzte Mal gesagt, was ich vom Rauchen in Restaurants halte. Und in zwei Kantonen hat's ja jetzt geklappt mit Verboten, die auch etwas nützen. Nur bei uns in der Innerschweiz nicht - henu! Aber wie gesagt, eigentlich ist es doch selbstverständlich, dass ich mein Cordon-Bleu essen darf, ohne dass mir einer den Rauch ins Gesicht bläst.

Viel wichtiger ist doch eigentlich eine andere Frage: Wann fängt man damit an? Bei mir war's während der Lehre. Damals, das muss so vor 1960 gewesen sein, wusste man auch noch nicht so Bescheid darüber, wie ungesund das ist. Damit will ich mich jetzt nicht entschuldigen. Wir waren halt eine wilde "Tschuppälä" junger Männer - da gehörte das dazu. Und heute sind es ja besonders die jungen Mädchen, die rauchen wie verrückt. Frau Aeschbacher hat darüber ja schon am 3. Juli geschrieben. Also, für die Jungen müsste man etwas machen. Dann sparen wir uns viele Probleme. Gut, Werbeverbote gibt's ja schon. Die werden aber auch nicht immer eingehalten, habe ich gehört. Ich finde, man dürfte das Zeug auch nicht an die Jungen unter 18 verkaufen. Beim Alkohol wird es ja auch so gemacht. Und die in Genf haben anscheinend schon ein solches Verbot. Scheint aber auch nicht so gut zu funktionieren. Da sollten sie mal vorwärts machen, finde ich.

26 September 2008

Blog Herr Minder: Bleiben wir beim Wesentlichen

Meine Meinung zu Rauchverboten habe ich Ihnen ja schon im Juli gesagt - aber worüber könnte man im Moment sonst schreiben? In Basel Stadt, Nidwalden und Zürich stimmen sie am 28. September über Rauchverbote in Restaurants ab - und die ganze Welt steht Kopf deswegen: Die Wirte malen landauf landab den Teufel an die Wand und klagen darüber, dass sie wegen der Rauchverbote weniger verdienen würden. Und als ich kürzlich in Zürich war, habe ich dort Plakate der Befürworter gesehen, auf denen alte Fotos von erschossenen Mafiosi abgebildet sind. Also ich weiss nicht - irgendwie scheint mir, wir sollten uns wieder auf das Wesentliche zurück besinnen.
Tatsache ist doch: Der Mensch kommt nicht mit der Zigarette im Mund auf die Welt. Ein paar entscheiden sich in ihrem Leben irgendwann mehr oder weniger freiwillig, dass sie gerne rauchen wollen. Und das dürfen sie ja auch, schliesslich leben wir in einem freien Land, oder. Aber ein kluger Kopf hat mal gesagt: "Der Freiheit folgt zwangsläufig die Verantwortung." Das war Ernst Ferst und ich muss gestehen, ich kenne den Herrn nicht. Es ist doch die Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass jene, die nicht rauchen wollen, das auch nicht müssen. Oder liege ich da etwa falsch? "Die Freiheit eines jeden hat als logische Grenze die Freiheit des anderen." So treffend hat es ein anderer kluger Kopf, er heisst Alphonse Karr, ausgedrückt. Auch ihn kenne ich nicht. Aber ich finde, mit den beiden Zitaten ist eigentlich alles gesagt. (Vielleicht sollte ich mal nachsehen, was das für zwei Herren waren.)
Ich hoffe, dass sich die Aufregung um Rauchverbote bald legen wird. Schliesslich werden sie in den Kantonen, die sie schon kennen, von den Leuten akzeptiert. Zumindest habe ich das gelesen. Sogar die rauchende Frau Muntwiler hat uns gestanden, dass sie lieber in einem Restaurant isst, in dem nicht geraucht wird. Ich auch.

18 September 2008

Blog Frau Aeschbacher: Grüsse aus Mundigen

Guten Tag miteinander, hier ist ausnahmsweise nicht wie gewohnt Frau Aeschbacher sondern ihre Freundin Lotta Muntwiler. Jaaawoll, Gisela hat mich beauftragt hier etwas zu schreiben, da sie sich wiedermal in den Bergen befindet und dort weder Zeit zum Schreiben noch Zugang zum Internet hat. Nun gut, hier geht es ja eigentlich um das Thema des Nichtrauchens beziehungsweise des Rauchens. Den untenstehenden Berichten zufolge hat die Gisela mich ziemlich in die Kettenraucher-Ecke gestellt. Ich packe diese Gelegenheit hier also gleich beim Schopf und stelle mich von der Kettenraucher-Ecke in die Geniesser-Ecke rüber. Denn: Geniessen ist meine grösste Leidenschaft! Ich möchte klar stellen, dass ich keiner Sucht verfallen bin! Nun ja, hin und wieder kratzt der Hals schon ziemlich und vom Husten möchte ich lieber gar nicht erst reden. Doch es handelt sich keineswegs um eine Sucht. Geniessen ist etwas vom Schönsten, und obwohl ich zu den Rauchern gehöre kann ich die neue Gesetzgebung im Kanton Bern zum Passivrauchen in den Restaurants nur gutheissen. Ich selber speise viel lieber in einem rauchfreien Restaurant. Im schönen Bern, also in der übrigen Schweiz natürlich auch, gibt es bereits einige rauchfreie Restaurants, die ich mit gutem Gewissen empfehlen kann. Fein zubereiteter Gaumenschmaus ohne Nebel und Rauch als Beigeschmack ist für mich Genuss pur. Und wer dann immer noch dem Glimmstängel frönen möchte, kann die paar Schritte nach draussen locker auf sich nehmen. Oder etwa nicht? In diesem Sinne wünsche ich allen zusammen eine gute, genussreiche Zeit. Herzlich, Ihre Lotta Muntwiler aus Mundigen.

28 August 2008

Blog Herr Minder: Aufhören

Grüezi Frau Aeschbacher. Es freut mich, dass Sie schöne Ferien in Frankreich hatten. Ich selber habe meine Zeit in den Bergen genossen, merci! War viel in der freien Natur - wunderbar. Die Glattalp hat mir zum Beispiel sehr gut gefallen. Da müssen Sie auch mal hin.

Offen gesagt, die Kinder dieser Hollywood-Leute interessieren mich weniger. Aber zum Thema Rauchen und Kinder haben wir zwei schon die gleiche Meinung. Gut, wir Männer haben?s ja leichter mit als Ihre Freundin Lotta. Aber eins kann ich Ihnen sagen: Ich habe ja noch geraucht, als meine Monika damals mit unseren Kindern schwanger war. Das ist ja nun auch schon über 30 Jahre her. Aber ich habe immer auf sie Rücksicht genommen. Zu Hause, bei den Kindern, da habe ich ganz sicher nie geraucht. So was gab?s bei uns nie. Auch damals wussten wir ja schon, dass das für Kinder besonders schädlich ist. Heute ist das ja sowieso bekannt. Und sonst kann man?s zum Beispiel auf dieser Homepage nachlesen.

Ich glaube, dass ich damals auf unsere Kinder Rücksicht genommen habe, hat mir das Aufhören schon ein bisschen erleichtert. Geschafft habe ich es zwar nicht das erste Mal. Etwa nach dem vierten Versuch habe ich dann mal mit meinem Hausarzt gesprochen und der hat mir so eine Methode empfohlen: Ziel Nichtrauchen, hiess die. Damit hat es dann geklappt. Bin heute noch froh darüber. Immerhin komme ich auch mit meinen 65 Jährchen noch ohne Atemnot die Berge hoch. Den Ernst, den habe ich auf jeden Fall beim Aufstieg abgehängt. In der Hütte habe ich dann auf ihn gewartet, bei einem Mucheli heissem Hüttenkaffee.

20 August 2008

Blog Frau Aeschbacher: Gute Luft für Babys

Hallo Herr Minder, sind Sie noch in den Bergen? Seit einigen Tagen bin ich zurück aus Frankreich, braungebrannt und den Kopf gelüftet sind wir wieder im Alltag gelandet. Heiri auf seiner Alp, mit Kühen, Käsen und Heuen beschäftigt. Und ich, ich sitze zuhause auf dem braunen Sofa, bei meiner geliebten Aschenbechersammlung, lagere die Beine hoch und blättere in der Glückspost. Es scheint ja richtig das Jahr der kinderkriegenden Stars zu sein! Beim Anblick all dieser stolzen, frischgebackenen Mütter (Ski-Star Sonja Nef, TV-Frau Sandra Studer, die sympathische Kronprinzessin Maxima, Hollywood-Schönheit Angelina Jolie...) und ihren süssen Babys wird mir ganz warm ums Herz. Ist doch putzig, wie diese kleinen Käfer aus der Designer-Wäsche in die Welt gucken.
Doch irgendwie kommen mir auch andere Bilder hoch. Zum Beispiel die Familie, die wir auf unserer Fahrt nach Frankreich beim Zoll gesehen haben. Die Kinder zusammen mit Zigaretten, gleich Stangenweise, auf den Rücksitz gepfercht. Ob diese Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat, frage ich mich?
Meine Freundin die Lotta hatte in den letzten 30 Jahren nur einen kurzen Rauch-Unterbruch; Sie hatte mal, als sie etwa Mitte dreissig war, den Verdacht schwanger zu sein. Ich sage euch, von einem Tag auf den anderen hat die Lotta den Glimmstängel beiseite gelegt. Ich konnte das kaum glauben. Da raucht sie jahrelang und dann plötzlich ? Stopp! Ich habe ihr Verhalten damals echt bewundert. Doch leider hatte sich ihr Verdacht nicht bewahrheitet und sie fing wieder an zu paffen.
Also, versteht mich nicht falsch, jedem das Seine. Ob nun Mann oder Frau, ob werdende Mutter oder nicht, in unserem Land kann zum Glück jeder selber entscheiden, wie (gesund) er leben möchte. Aber das Bild einer schwangeren Frau mit Zigarette finde ich einfach irritierend und es stimmt mich nachdenklich, kann sich doch das Kind im Bauch nicht dagegen entscheiden...

23 Juli 2008

Blog Herr Minder: Rauch und Religion

Ich wünsche der Frau Aeschbacher schöne Ferien in Südfrankreich und gratuliere ihrem Mann zu seinem Entschluss, die Zigaretten zuhause zu lassen. Was so ein Rauchverbot bewirken kann! Aber darüber habe ich das letzte Mal ja schon geschrieben. In der Zeitung mit den grossen Schlagzeilen habe ich allerdings gelesen, dass man solche Rauchverbote auch ausbremsen kann: Ein Wirt in Holland hat seine Beiz zur "Kirche der Raucher Gottes" gemacht. Die Anhänger dieser "Kirche" bekämen einen Mitgliederausweis und beteten die heilige Dreifaltigkeit "Rauch, Feuer und Asche" an, heisst es. Also dazu kann ich nun wirklich nicht schweigen, auch wenn ich mich jetzt wahrscheinlich um Kopf und Kragen schreibe: Bekanntlich wird's ja beim Thema Religion noch heikler, als wenn es ums Rauchen geht.

Also, so viel Lausbuberei im Umgang mit dem Staat kann man nur bewundern! Und damit ist's dann aber auch fertig mit dem Lob. Wissen Sie, was mir dazu weiter in den Sinn gekommen ist? "Religion ist das Opium des Volkes." Das stammt von Karl Marx und mich dünkt, es passt auf eine Art ganz gut. Obwohl: Diesmal wird ja umgekehrt das "Opium" zur Religion des Volkes erklärt. Ist es nicht traurig, wenn so etwas Unnötiges wie Tabak zur Religion gemacht wird? Und wenn so etwas Gutes wie die Religionsfreiheit herhalten muss, um eine dumme Angewohnheit wie das Rauchen zu ermöglichen? Ich nehme an, das letzte Wort ist darüber in Holland noch nicht gesprochen.

So, und ich Löli habe mich jetzt endgültig in den Seich geschrieben: Religion und Marx! Zeit, um aufzuhören. Ich fahre für ein paar Tage in die Berge.

17 Juli 2008

Blog Frau Aeschbacher: Gruss aus dem Land der Gauloises

Jawohl, auch ich verreise hie und da gerne mal ins Ausland. Heuer habe ich ganz kurzfristig unser Nachbarland Frankreich angesteuert und bin mit Heiri, Sack und Pack gegen Westen getuckert. Beim Zoll wurden wir Zeugen, wie eine Familie nebst ihren vier Kindern auf dem Rücksitz auch noch Stangenweise Zigaretten nach Frankreich mitnehmen wollte. Für Länder ausserhalb der EU gelten scheinbar recht strenge Regeln was die Einfuhr von Zigaretten nach Frankreich betrifft, wie mir Heiri dann berichtet hat. 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Tabak dürfen es sein. Ahaa. Was man nicht alles so lernt, wenn man umherreist. Irgendwie war ich grad sehr froh, dass ich mir diese Gedanken nicht machen musste. Das Ferien-planen-und-Gepäck-packen an sich bringt schon genug Organisatorisches mit sich (passt das Badekleid noch, Bücher kaufen, wer giesst die Pflanzen, Brille oder Linsen oder beides, Kleiderfrage, Schuhfrage, und schliesslich: hat's noch Platz im Kofferraum?), dass ich gerne darauf verzichte. Und siehe da, auch Heiri lässt den Tabak und die Pfeife auf der Alp und will in den zwei Wochen Urlaub auch seiner Lunge etwas Freiraum geben. Und das ganz ohne eine vorgängige Bemerkung meinerseits. Er meinte, in Frankreich sei das Rauchen in Restaurants und Brasserien nur noch in sogenannten Fumoirs gestattet und auf dieses kollektive Qualmen in einer Zelle habe er nicht so Lust. Dann lieber gar nicht. Was mich natürlich gar nicht stört.
Hier in Südfrankreich ist der totale Frieden, finde ich. Wir geniessen die Ruhe, das Meer und die frische Luft - einmal mehr. In diesem Sinne schicken wir herzliche Feriengrüsse und wünschen einen schönen Sommer!

14 Juli 2008

Blog Herr Minder: Solche Verbote sind in Ordnung

Vor ein paar Tagen haben sie's in den Nachrichten gebracht: Im Juli 2007 wurde in England das Rauchen an allen öffentlichen Orten verboten. Und bis heute haben 400'000 Briten aufgehört zu rauchen. Das hat mich interessiert und ich habe nachgesehen: England hat etwa 50,4 Millionen Einwohner. Das heisst nach Adam Riese, fast 1 Prozent aller Engländer hat aufgehört. Das sind gehörig viele, kann ich Ihnen sagen! Die Experten meinen, dass das 40'000 Leuten das Leben retten könnte.
Gut, man kann ja von staatlichen Verboten halten, was man will - Sie wissen, ich gehöre von der Gesinnung her auch nicht zur Regulierungs-Fraktion. Aber das mit dem Rauchen ist schon eine verflixte Sache. Ich weiss ja selber, wie schwierig es ist, wieder aufzuhören. Hab's ja selber erst nach 4 oder 5 Versuchen geschafft. Und wenn man dann mit einem Verbot so viel bewirken kann, dann lohnt es sich, dann bin ich dafür. Zum Glück kommt das ja bei uns jetzt auch: Der Tessin hat doch vor einigen Jahren damit angefangen und eben haben sie's in Genf auch verboten. Ich fände es auf jeden Fall gut, wenn andere Kantone nachziehen würden und wenn das Verbot bei uns auch so gut wirkt.
Der Ernst und der Sepp bei uns am Stamm, die rauchen ja auch. Von denen muss ich mir jetzt wahrscheinlich etwas anhören das nächste Mal. Aber ehrlich, ich wäre froh gewesen, wenn es damals schon ein solches Verbot gegeben hätte. Ich hab nämlich immer gerne in Gesellschaft geraucht. In der Beiz eben. Wenn's das gar nicht gegeben hätte, hätte ich es leichter gehabt damals.

03 Juli 2008

Blog Frau Aeschbacher: Zeichen der Zeit und des Wandels

Nein, ich habe keinen philosophischen Anflug. Auch keine Sinn- oder Midlife-Krise. Es geht um knallharte Fakten, wobei diese durchaus eine Sinnkrise auslösen könnten. Gerade eben, ich sitze gemütlich am Stubentisch und trinke Tetrapak-Orangensaft, lese ich eine alarmierende Meldung. Da steht: "Immer mehr Frauen sterben an Lungenkrebs". Weil seit den fünfziger Jahren die Anzahl der Raucherinnen massiv zugenommen hat, dürfte der Lungenkrebs als Todesursache bei Frauen bald häufiger sein als der Brustkrebs. Weiter steht da, dass in den Siebzigerjahren bei Lungenkrebs bedingten Todesfällen eine Frau auf elf Männer kam. Heute ist das Verhältnis 1 zu 2, bei der jüngeren Generation.

Ich stelle den Tetrapak-Saft weg, mir ist schlecht. Ich muss gleich die Lotta anrufen. Lotta ist eine liebe Freundin von mir aus der Schulzeit. Wir haben nicht oft Kontakt, aber dennoch sehr engen und ich bin stets froh um Lotta's ehrliche Meinung. Letzthin hatte ich einen komischen Traum, in dem die Lotta als übergrosse Zigarette verkleidet einen Berg hinunterrennt und dauernd hinfällt. Schweissgebadet bin ich damals aufgewacht und war froh, dass alles nur geträumt war. Nun aber diese Meldung, wobei es ja nichts Neues ist, dass Rauchen tödlich ist. Lotta raucht Kette, schon seit 30 Jahren...

17 Juni 2008

Blog Frau Aeschbacher: Hin und her

Der Weltnichtrauchertag mit dem Anlass in Davos ging ohne mich und Heiri über die Bühne. Er liess sich partout nicht überreden dazu. Ihm ist seine abendliche Pfeife zu heilig. Ich verstehe das ein wenig, könnte ja auch nicht so einfach auf meine Francine Jordi CD's verzichten! Aber die schaden wenigstens meiner Gesundheit nicht, oder? Jedenfalls wollte ich unseren ersten Krach nicht mit dem Thema Rauchen provozieren, dafür ist es noch zu früh.

Unter der Woche wenn ich bei mir in der Wohnung bin schaue ich manchmal die Tagesschau, mir gefällt dieser Franz Fischlin noch ganz gut. Jetzt sendeten sie doch einen Beitrag über den Entscheid des Nationalrates zum Thema Passivrauchen: Wo keine Fumoirs eingerichtet werden können, sollen Raucherrestaurants weiterhin zulässig sein. Damit fährt der Nationalrat auf der gleichen Linie wie das Gastgewerbe. Doch so wie ich den Franz verstanden habe, machte der Nationalrat diesen Entscheid gleich selbst wieder weitgehend bedeutungslos. Er folgte dem Antrag einer Kommissionsminderheit, strengere Vorschriften der Kantone über das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen zu stellen. Das ist ein hin und her mit dieser Debatte.

Als ich dann am nächsten Tag mit Heiri telefoniert habe und ihm meine Vernebelung zu diesem Thema schilderte, meinte er nur: "Ach, Schatz. Solche Entscheide dauern eben. Das ist nicht wie mit uns, wo beide auf den ersten Blick ja sagen können. Da braucht es viel Überzeugungsarbeit!"

Wo er Recht hat, hat er Recht. Lieber ein hin und her von Alp zu Stadt als eines in der Politik. Beim Privaten ist es wenigstens - noch - unkompliziert!

22 Mai 2008

Blog Herr Minder: Weltnichtrauchertag

Bald ist ja wieder Weltnichtrauchertag und die Welt pafft munter weiter. Doch es wird nicht nur weiter geraucht, sondern auch weiter diskutiert (und dabei wohl auch geraucht, bei den einen oder anderen Politikern...). Bis in der Schweiz ein flächendeckendes Rauchverbot in Kraft tritt, sind Frau Aeschbacher und ich wohl schon längst über alle Berge. Doch halt, Frau Aeschbacher hat sich ja anscheinend verliebt. In den Bergen fühlt sich mein Blog-Gschpänli lesbar wohl. Ein Senn hat's ihr angetan - ein Feierabend-Raucher. Ich spüre förmlich die Heidi und Peter Romantik, höre das Alphorn-Echo durch die hohen Tannen hinterm Ziegenstall. Nur der verbrannte Tabakgeschmack seiner Pfeife wird noch vom Plumpsklo hinter der Hütte übertroffen. Der Älpler macht alles richtig mit Frau Aeschbacher. Vor allem möchte ich von seinem Bergkäse probieren. Wir haben am Aegerisee übrigens hervorragenden Käse, Frau Aeschbacher. Vielleicht besuchen Sie mich wieder einmal? Oder haben Sie jetzt keine Zeit mehr?

21 Mai 2008

Blog Frau Aeschbacher: Auf Wolke sieben

Alle die sich vielleicht fragen wo ich den ganzen Monat war, die sich vielleicht schon Sorgen gemacht haben: ich kann euch beruhigen, es geht mir gut. Sehr gut sogar. Mögt ihr euch noch erinnern an meinen Bericht aus den Bergen? Ich war mit der Anna in einem Rauchfreihotel zu Gast. Klar, die Tage dort waren recht erholsam und die frische Bergluft hat uns beiden ganz gut getan. Auch das cholesterin- und fettarme Essen war eine Wohltat. Doch der Grund, weshalb mir so pudelwohl ist und ich am liebsten einen Juchzer loslassen würde, der liegt woanders.
Am letzten Tag in den Bergen haben wir uns zu einer halbstündigen Wanderung aufgerafft, vorbei an saftigen Wiesen mit grasenden Kühen und Maulwurfhügeln. Unser Ziel war die Alphütte auf der Hügelkuppe drüben. Anna's Lunge meldete sich schon nach wenigen Minuten bergaufwärts und ich war ein klein wenig schadenfreudig. In diesen Momenten wird sie jeweils ganz reumütig. Tapfer hielt sie durch bis zum Hüttli und für die prächtige Aussicht hat sich die ganze Anstrengung gelohnt. Wir sassen auf das Holzbänkli, schauten in das Tal und gönnten uns eine längere Verschnaufpause. Just in dem Moment, als sich eine Wolke vor die Sonne schob erhellte ein anderer wundervoller Anblick mein Gemüt. Ein kräftig gebauter und braungebrannter Senn lief geradewegs auf uns zu und deutete etwas mit seinen Händen. Ob wir ein Stück von seinem Bergkäse versuchen wollen, fragte er als er uns erreicht hat. Was dann alles passierte, kann ich gar nicht mehr genau erzählen, so verzaubert war ich von Heiri's Erscheinung. Und es hält an!
Die Anna versteht meine euphorische Reaktion überhaupt nicht, das einzig sympathische an Heiri findet sie nach wie vor seinen Hang zu den Pfeifen, die er allabendlich genüsslich raucht. Nun, im Moment stört es mich noch nicht so, wir sehen uns ja auch nur an den Wochenenden. Da fahre ich hoch zu ihm und helfe in seiner Käserei. Doch ich überlege mir schon, ob ich nicht trotzdem am 31. Mai mit ihm an den Anlass zum Weltnichtrauchertag 2008 nach Davos fahren soll... Die Küsse sind sicher noch viel besser ohne den bestimmten Beigeschmack!

25 April 2008

Blog Frau Aeschbacher: In luftiger Höhe

Obwohl die Anna ja raucht - sei's jetzt ein oder halt doch ein paar Zigarettli mehr - konnte ich sie endlich überzeugen, mit mir eine Woche in einem rauchfreien Hotel zu verbringen. Sie könne gut mal ein paar Tage auf die Glimmstängel verzichten, hat sie behauptet. Wellness und Entspannung ist angesagt. Nach dem ganzen Entrümpeln, im Haushalt sowie in meiner Vergangenheit, muss ich unbedingt neue Energie tanken. Von vielen Dingen habe ich mich getrennt in letzter Zeit: Vergilbte Fotos, einige Kochbücher, alte Röcke und sogar die grünen Gummistiefel habe ich ausrangiert. Nur an meiner Aschenbechersammlung halte ich noch fest. So habe ich die 286 Dinger abgestaubt und in der Vitrine der Grösse nach sortiert. Ganz unten ist also der grösste, ein Aschenbecher in Form eines schlafenden Büsis.
Nun gut, jetzt bin ich also mit der Anna hier in diesem Hotel in den Bergen, atme immer morgens, mittags und abends ganz bewusst fünf Minuten die frische Bergluft ein und fühle mich danach immer ganz leicht. Die Anna meinte, das sei eine Naturscheibe. Sie hingegen steht nach wie vor mehr auf Nikotin, trotzdem geniesst sie die rauchfreien Tage hier im Hotel. Ab und zu halten wir Ausschau nach einem Alpabzug, doch der Senn bleibt wohl noch eine Weile oben mit den Munelis. Das Essen hier ist wunderbar muss ich sagen. Ich warte ja schon eine Weile auf den richtigen Moment, mit Hilfe gesunder Kost die paar Kilos zu verlieren, die sich seither angesammelt haben. Zusammen mit der Anna habe ich eine Abmachung getroffen: Wenn ich bis nächsten Frühling wieder in die alte Wrangler-Jeans mit den Lederfransen passe (also nicht, dass ich sie gerne anziehen würde, aber die habe ich immerhin mit 27 getragen) und sie es bis dahin auf ein Zigarettli pro Tag schafft, kommen wir wieder hierher in die Ferien.
Herr Minder, wie sieht's aus? Springen Sie auf den Zug auf und begleiten uns nächstes Jahr hierhin? Vielleicht haben wir dann Glück und können den Senn und seine Kühe beim Alpabzug sehen. Mit schwingenden Glocken und inmitten frischer Bergluft.

15 April 2008

Blog Herr Minder: Antwort an Frau Aeschbacher

Tja, Frau Aschbacher. Ich würde mich eher als gut gebaut zitieren lassen. Schwer ist einzig mein Kopf heute. Aber dies liegt nur an ihren Zeilen. Ich geniesse doch lange Spaziergänge, am liebsten romantische mit meiner Frau (damit dass auch wieder einmal gesagt wurde...), esse zum Zmörgele nebst einem grossen Stück Zopf am liebsten Früchte. Und Wasser trinke ich beim Zugfahren eigentlich immer. Gut, um ganz ehrlich zu sein, ein Schluck Chateau de la Maison ist mir zum Abendessen nicht unangenehm. Liebste Frau Aeschbacher! Ich fühle mich rund um wohl in meiner Haut. Von einer Frühlingsdiät sehe ich gänzlich ab. Wenn Sie sich unwohl fühlen, dann - hopp - ab auf den Hometrainer.
Ach Frau Aeschbacher, sie spielen doch zwischen den Zeilen einmal mehr meine kleine Sucht an. Wissen Sie, ich verstehe die Kantonsregierungen nicht. In Basel-Stadt zum Beispiel, wissen sie nicht was sie machen sollen. Als einziger Kanton der Schweiz glaubt BS im Raucherschutz noch an eine völlig unsinnige Lösung, sagt die Lungenliga vor Ort. Die Basler Beizen wollen sich selber regulieren. Recht so! Es muss doch nicht immer alles mit Gesetzen und Regeln zugepflastert werden. Wir haben schon genügend Verbotsschilder im Land. Wenn ich da an den einen oder anderen Bahnhof denke, wird mir anders. In meiner langen und intensiven (und auch sehr schönen) Berufslaufbahn musste ich mich an viele neue Verbote erst gewöhnen.

10 April 2008

Blog Frau Aeschbacher: Die Nöte der Frauen

Sie kennen das sicher auch, plötzlich wirkt die Unordnung, über die man tagelang tolerant hinwegsehen konnte, ungemein störend. So ging es mir gestern. Ich habe also beschlossen, dem Jammer ein Ende zu bereiten und meinen Estrich zu räumen. Dabei bin ich auf meine Tagebücher von früher gestossen. Ich will Sie jetzt nicht mit Details behelligen, aber ich bin froh, sagen zu können, dass ich mich seit der Pubertät entwickelt habe. Nachdem ich mich auch noch durch diverse Fotokisten gewühlt habe, bin ich dann über ein verstaubtes Porträt gestolpert. Wer ist denn diese Frau mit dem abgespannten Gesicht, die mich so vorwurfsvoll anstarrt? Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Das bin ja ich! Sie müssen wissen, dass ich aus gutem Grund alle Ganzkörperspiegel aus meinem Leben verbannt habe. Denn was mir da aus dem Spiegel entgegenblickt, war nicht beruhigend, auch nicht nachdem das Spiegelbild den Bauch einzog. Ich überlege mir nun ernsthaft, einen Hometrainer zuzulegen. Nur die Vorstellung Sven Epiney so auf der Strasse zu begegnen, lässt mich erschaudern. Ich wäre froh gewesen, um etwas seelischen Beistand. Herr Minder, manchmal fehlen Sie mir. Sie sind ja glaube ich auch eher schwer gebaut, oder? Ich hätte vielleicht, als ich mit Rauchen aufgehört habe, trotzdem besser die Ratschläge von zielnichtrauchen.ch beherzigen sollen:
- Essen Sie viel frische Früchte.
- Konsumieren Sie mehr Lebensmittel mit viel Ballaststoffen: Gemüse, Vollkornprodukte...
- Trinken Sie genügend Flüssigkeit: Wasser, Fruchtsäfte...
- Sorgen Sie für genügend körperliche Bewegung.
Die Würste und den Speck, den ich so gern mag sind auf jeden Fall für die nächste Zeit von meinem Speiseplan gestrichen.

Blog Herr Minder: Basel tickt anders

Die Eisenbahn bleibt meine Passion. Ich erzähle euch heute von meinen Ferien. Dies vorweg: schön war's! Von Oberärgeri bin ich mit dem Bummler bis nach Hamburg gefahren. Vorbei an wunderschönen Landschaften, interessanten Städten und vielen Kurven, Steigungen und Bahnhöfen. Ist doch entspannend, so einfach von A nach B mit dem Zug zu reisen. Und dies erst noch ohne Hektik, Parkplatzsuche und Rauchern im Abteil. Mein letzter Ferientag brachte mich vergangene Woche zurück in die Schweiz nach Basel. Komisches musste ich da beim Mittagessen lesen. In der Stadt rauchen nicht nur die Kamine der Pharma-Industrie, sondern auch die lokale Tageszeitung. Im "Wochengespräch" erzählt eine Tabakverkäuferin eine Woche lang täglich über ihre Arbeit. Themen wie Tabakverbot und massvolles Rauchen inklusive. Basel kennt keine Tabus, denke ich. Auf die Frage nach dem Tabakverbot antwortet die Verkäuferin keck: Rauchern muss die Gelegenheit geboten werden, ihren Genuss zu frönen. Aha, und las interessiert weiter, was die gute Frau noch zu sagen hat: Es kann nicht sein, dass Raucher komplett diskriminiert werden. Immerhin sieht sie ein, dass Rauchen schädlich ist. Doch zu einem "schönen" Essen, gehört der Abschluss mit Tabak. Dazu hat die Verkäuferin ein Satz auf Lager, der blasphemischer nicht sein könnte: "Die Tabakpflanzen und die Reben hat der Herrgott uns gegeben, wenn wir weise sie gebrauchen, darf man trinken und auch rauchen." Basel tickt halt doch noch anders.

02 April 2008

Blog Frau Aeschbacher: Alte Freunde und neue Laster

Seit ihrer Trennung lebt Anna allein in einer grossen, modisch leeren Dreizimmerwohnung und pflegt ihr neues Laster, das Rauchen wie eine hartnäckige Grippe. Sie empfängt mich verschämt grinsend mit den Worten: "Macht es dir etwas aus ins Wohnzimmer zu kommen, dann kannst du dich so drehen, dass du mit mir reden kannst während ich auf dem Balkon noch eine rauche. Nicht dass ich dir noch den Rauch ins Gesicht blase." Ich muss zugeben, jetzt da der Frühling kommt, reizt es mich manchmal auch wieder, das feine Zigarettli nach dem Essen. Aber im Gegensatz zu Anna weiss ich, dass so einem kleinen Zigarettli bald mehrere folgen. "Anna, wie war das noch mal mit den guten Vorsätzen"? Sie hat sich breitbeinig vor mich gestellt und mich aufgeklärt, dass nachdem sie an Ostern in den Bergen ein Zigarettenpäckli ins Tal geworfen habe, sie mit sich ins Reine gekommen sei. Sie rauche, aber eben nur ein Zigarettli, zwei, wenn sie gerade Lust habe. Ach so. Die Hoffnung auf ein Wochenende im rauchfreien Hotel mag ich trotzdem nicht aufgeben. Vielleicht fällt es der guten Anna ja leichter, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn ich ihr sage, dass sogar in ihrem derzeitigen Lieblingskanton Zürich ab Mitte 2008 ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden in Kraft tritt. Ihr neuster Schwarm ist nämlich Zürcher. Und überzeugter Nichtraucher.

13 März 2008

Blog Frau Aeschbacher: Gute Nachrichten trotz Hundewetter

Grundsätzlich von robuster Natur, schlägt selbst mir das Aprilwetter zurzeit etwas aufs Gemüt. Gestern beschloss ich deshalb spontan, krank zu sein. Ich habe mich mit Wärmeflasche, Lindenblütentee, Steppdecke und einem schnurrenden Kater aufs Sofa geflätzt. Nach halbstündigem lustlosen Zappen durch Serien und Talkshows, habe ich mich mit sämtlichen Zeitungen und Zeitschriften, die ich in der Wohnung finden konnte zurückgezogen ins Bett. Und, meine lieben Leserinnen und Leser, ich habe allerhand Interessantes gesichtet: Der Ständerat will ein strenges Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen. Abgetrennte Fumoirs sollen zugelassen werden, Raucherbetriebe hingegen nicht. Damit geht der Ständerat weiter als seine Kollegen von der Gesundheitskommission und der Grossen Kammer. Spannend, nicht? In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf unsere Genfer hinweisen, die am 24. Februar 2008 die Initiative "Fumée passive et santé" mit 79,2 Prozent angenommen haben. Da soll mal einer sagen, es tut sich nichts bei uns. Obwohl, gewisse Leute sind ja schon etwas träge. A propos: Herr Minder, geht's Ihnen gut?

26 Februar 2008

Blog Frau Aeschbacher: Die Tücken der Veränderungen

Herr Minder? Sind Sie noch unter uns? Ja, ich weiss, auch ich war schon länger nicht mehr online. Ich war schrecklich beschäftigt. Zusammen mit meinem Gottenkind habe ich die ganze Wohnung geputzt und neu gestrichen in einem ungeheuer modernen Eidottergelb. Sieht fantastisch aus. In meinem tiefsten Innern bin ich ein sehr innovativer Mensch und Veränderungen gegenüber gar nicht abgeneigt. Natürlich muss es nicht immer so drastisch sein wie bei meiner guten Freundin Anna, die im Fünfjahresrhythmus ihr Leben auf den Kopf stellt. Zurzeit ist es die Trennung von ihrem Lebenspartner, die ihr zu schaffen macht. Aber es musste sein, meint sie. Vor lauter Stress hat die Arme wieder angefangen zu rauchen ? nach 10-jähriger Abstinenz. Und das nicht etwa gelegentlich, nein, sie raucht wieder wie ein Schlot. "Anna", habe ich zu ihr gesagt "wie alt bist du jetzt, 40? Du kannst doch nicht jedes Mal, wenn es in deinem Leben Turbulenzen gibt zu Suchtmitteln greifen. Lass es gleich wieder", habe ich ihr freundlich aber bestimmt gesagt und ihr den Link von "Let it be" angegeben. Ausserdem habe ich ihr versprochen, Sie in ein rauchfreies Hotel einzuladen, wenn sie bis zu ihrem Geburtstag im April wieder mit dem Rauchen aufhört. Rauchfreie Hotels sind stark im Kommen, habe ich gelesen, hurra! Ich wünsche der Anna viel Willensstärke, würde mich nämlich schauderhaft freuen, wenn ich wieder einmal ein Wochenende rauskäme aus meiner Wohnung.

01 Februar 2008

Blog Frau Aeschbacher: Raclette-Plausch mit Heimweh-Chinesen

Da bin ich wieder. War krankheitshalber abwesend. Was mit einem Kratzen im Hals angefangen hat, ist zur ausgewachsenen Grippe mutiert. Nicht einmal Sven Epiney konnte mich aus dem Bett holen. Aber darum geht's ja in dieser Runde nicht, da sind Sie sicher meiner Meinung, Herr Minder. Nein, vielmehr geht es mir um Thang, Heimweh-Chinese und alter Jugendschwarm meinerseits. Wir kennen uns noch vom Kegelclub. Mit dem Thang habe ich gestern gemeinsam mit Lili, meiner Nachbarin, ein Raclette gegessen. Wir hatten einen flotten Abend bis sich Tschang genüsslich zurücklehnte, seinen wohlgenährten Bauch streichelte und mit einem knappen "Es stört Euch doch nicht?" eine Zigarette anzündete. In MEINEM Wohnzimmer. Er probiert es jedes Mal, Gopfriedschtutz. Nur weil in China rund 350 Millionen Chinesen rauchen und die Bevölkerung offenbar nicht gut anspricht auf Rauchverbote, muss er sich in meiner Wohnung nicht so aufführen! Im Übrigen soll ja in Peking vor den Olympischen Spielen das Rauchen in den meisten öffentlichen Einrichtungen untersagt werden. Verstösse sollen mit knapp 5 Euro bestraft werden. Das führe ich jetzt bei mir zuhause auch ein. Wer bei mir rauchen will, darf sich einen meiner 286 Aschenbecher auslesen, auf dem Balkon sein Zigarettli rauchen und zusätzlich einen Batzen in mein Säuli-Kässeli tun. Mit dem Erlös gibt's dann ein paar neue Schlittschuhe für mein Gottenkind.

17 Januar 2008

Blog Herr Minder: Die weite Reise durchs Internet

Das neue Jahr ist mittlerweile fast drei Wochen alt und was mit Ihren Vorsätzen? Gehen Sie noch ins Fitnesscenter? Zeigt der Zeiger der Waage wieder auf das Normalgewicht? Essen Sie mehr Früchte und Gemüse? Und haben Sie seit Silvester nicht mehr geraucht?
So schnell wie die Tage des neuen Jahres ins Land ziehen, so schnell gehen leider meist auch die guten Vorsätze vergessen. Vergesslich scheint mir auch der portugiesische Minister Antonio Nunes zu sein. Der oberste Nichtraucherschützer paffte an einer Silvesterparty munter weiter, obwohl kurz vorher das Rauchverbot in Kraft getreten war. Nunes entschuldigte sich damit, dass ihm nicht bewusst gewesen sei, dass das Rauchverbot in Cafés, Restaurants und Bars auch Casinos mit einschliesse. «Wir müssen uns das Gesetz halt noch einmal anschauen», so das Fazit des Ministers.
Kurios ging es auch in Italien zu und her. Das zeigt meine Reise durchs Internet. Mit der Regierungsumbildung im Sommer 2005 wurden im Palazzo Chigi, dem Sitz des Ministerpräsidenten in Rom, die «Vietato Fumare»-Schilder wieder konsequent zugenebelt. Damals musste nämlich der Vater der Rauchverbote, Gesundheitsminister Girolamo Sirchia, seinen Stuhl für seinen Nachfolger, einen starken Raucher, räumen.
Und wer jetzt denkt, so etwas könnte bei uns nicht passieren, ist ein wenig auf dem Holzweg. Auch hierzulande scheint es mancherorts schwierig zu sein, Vorschriften umzusetzen. Ein Beispiel dafür gibt das Rauchverbot im Kanton Appenzell Ausserhoden.
Sie merken - ich habe in letzter Zeit etwas viel Zeit, im Internet zu surfen. Mein Vorsatz mehr um den See zu spazieren und mein Gewicht wieder ins Lot zu bringen, ist eben doch schwieriger umzusetzen als ich dachte...

10 Januar 2008

Blog Herr Minder: Ein guter Vorsatz für das neue Jahr

Was sind Ihre Vorsätze für das neue Jahr? Also, ich habe mir vorgenommen, meine Spazierrunden um den See zu intensivieren. Von den vielen Leckereien über Weihnachten und Neujahr ist der Hosenbund am Bauch doch etwas eng geworden und der Zeiger der Waage zeigt mittlerweile auf eine bedenkliche Zahl. Allein mit einer Diät ist da nichts zu machen - mehr Bewegung muss also sein.
Auf einem der zügigeren und weiteren Spaziergänge ist mir dann am Kiosk von Frau Holliger folgende Schlagzeile aufgefallen: «Jeder Dritte Raucher soll aufhören». Das wünscht sich Gesundheitsminister Pascal Couchepin und er hat grad auch noch weitere Einschränkungen für Raucher angekündigt.
Der klassische Vorsatz fürs neue Jahr. Viele Raucherinnen und Raucher wollen ja am Silvester ihre letzte Zigarette im Aschenbecher ausdrücken. Ob sie das schaffen, steht in den Sternen. Sicher ist aber, dass es vielen Paffern leichter fallen würde aufzuhören, wenn sie für jedes Zigarettenpäckli eine Zehnernote aus dem Portemonnaie ziehen müssten. Da bin ich mit dem Gesundheitsminister einverstanden - 10 Franken für ein Päckli Zigaretten ist überhaupt nicht unsozial!
Stellen Sie sich mal vor, was das Rauchen bereits jetzt pro Monat oder pro Jahr kostet. Wenn Sie auch nur ein Päckchen pro Tag rauchen, dann macht das grob gerechnet 200 Franken pro Monat und in etwa 2'400 Franken pro Jahr. Davon kaufen Sie sich rund 100 CD's, Sie könnten 140 Mal ins Kino oder 1'600 Liter Milch trinken.
Und wenn Sie diese Rechnerei noch nicht überzeugt hat, dann schauen Sie sich doch mal diesen kleinen Film an: Die Lunge auf der Flucht.

08 Januar 2008

Blog Frau Aeschbacher: Wann ist es bei uns endlich so weit?

Sodeli, haben wir also auch die heurigen Festivitäten hinter uns gebracht. Ich wünsche Ihnen ein gefreutes 2008! Haben Sie gut gespeist während der Feiertage? Hin und wieder ein extrafeines, kleines Verdauungszigarettchen angezündet nach all den Filets im Teig, Fondues Chinoises oder Schüfelis? Ich verbrachte Weihnachten glücklicherweise im Kreise meiner nichtrauchenden Familie. Nicht so einer meiner Arbeitskollegen. Er war bei seiner Mutter eingeladen. Sie raucht. Andere ihrer Gäste taten dies scheinbar auch, und so sah sich mein Kollege denn gezwungen, die Tafel frühzeitig zu verlassen und den Rest des Weihnachtsabends alleine zu Hause zu verbringen. Ich habe ihn deshalb aufgefordert, gemeinsam mit mir, meiner Nachbarin und einer Freundin aus dem Fricktal in Rheinfelden Silvester zu feiern. Und wie wir da zu viert kurz vor Mitternacht an der Grenze zu Deutschland, von Feuerwerkskörpern bedroht, in den feinstaubgeschwängerten Himmel stieren, zündet doch tatsächlich einer direkt neben uns eine Zigarette an. Natürlich weht der Wind entsprechend, und wir sehen uns gezwungen, den guten Standort zu verlassen, wobei wir fast den Beginn des offiziellen Feuerwerks verpassen.
Sind nicht in Frankreich seit Anfang Jahr Bars und Restaurants rauchfrei? Sind sie in England nicht total happy über die Zunahme von Besuchern seit der Einführung des Rauchverbots in Pubs? Und in der Türkei, da geht doch auch so allerhand, steht heute in der Zeitung. Wann sind wir bei uns endlich so weit? Ich gebe zu, so langsam aber sicher kann auch ich das kaum mehr erwarten. Deshalb fordere ich schon mal Rauchverbote im ganz privaten Rahmen. Beispielsweise an Weihnachtstagen und auf Silvesterbrücken.

20 Dezember 2007

Blog Frau Aeschbacher: Gehen Sie nie mit nach Rauch stinkenden Kleidern zum Arzt...

Unserem lieben Herrn Minder scheint es die Sprache verschlagen zu haben. Auch die hustende Hyäne gibt Forfait, wahrscheinlich haben sie sich beide an ihren Zigaretten oder Stumpen verschluckt. À propos: Mein Hausarzt, der Herr Blättler, den ich vergangene Woche wegen hartnäckigem Schluckweh aufgesucht habe, ist ja eigentlich ganz schön initiativ, wenn es ums Rauchen geht. Ich habe ihn nämlich auf eine Anzeige angesprochen, die mir in einem seiner Wartezimmer-Heftli ins Auge gestochen war. ?Ja, ich möchte meine Kompetenzen in der Rauchstopp-Beratung erweitern! Bitte laden Sie mich ein zur nächsten anerkannten regionalen Fortbildungsveranstaltung? oder: ?Ich bin bereits ausgebildet und möchte das Beratungs-Material ?Ziel Nichtrauchen? kostenlos bestellen?, stand da auf einem Talon, den ich sicherheitshalber auch gleich herausriss, um ihm diesen unter die Nase zu reiben. Ganz und gar unnötig, wie sich bald heraus stellen sollte. Er habe sich bereits zu einem regionalen Sensibilisierungskurs angemeldet, gab mir der Weissgekittelte leicht arrogant zur Antwort. In der Tat sei es auch in seiner Praxis so, dass viele der Patienten einen Ratschlag zur Krankheits-Prävention erwarteten. Auf derlei Fragen müsse er schliesslich genau so die passende Antwort haben, wie auf alle anderen auch. Aha. Doch natürlich kam bei mir wie immer alles wieder einmal anders. Noch während mir Blättler mit dem Spachtel die Zunge quetschte, kam sie, die Frage: Unvermittelt. Direkt. Und durch und durch deplatziert: ?Wann hören sie definitiv mit Rauchen auf, Frau Aeschbacher?? Nach Weihnachten werde ich meinen Hausarzt wechseln. Und mein Waschmittel. Frohe Festtage allerseits.

06 Dezember 2007

Blog Frau Aeschbacher: Ob ein paar Zähnen oder Füssen zuckt keiner mit der Wimper

So so, ein Herr Minder mischt sich jetzt da also in die Diskussion auf diesen Seiten ein. Ehemaliger Stumpenraucher, interessant, das sind ja nun wirklich die Schlimmsten der Schlimmen. Und was tut er? Hält uns die garstigen Bilder von struben Lungenflügeln unter die Nase. Was mich betrifft, so wollte ich Ihnen, liebe Blog-LeserInnen, genau das nämlich ersparen. Aber bitte, wenn wir schon dabei sind. Ex-Stumpenraucher Minder glaubt doch tatsächlich, ein paar tausend Mal gruusige Föteli anschauen halte vom Rauchen ab. Da lachen ja die Hühner. Hartgesottene zucken ob ein paar zerfressenen Zähnen oder toten Füssen nicht mal mit der Wimper. Ich rede da aus Erfahrung, O. beispielsweise, mein Aschenbecher-Lieferant, dessen Name ich hier nach wie vor nicht preisgeben werde, da ich ihn nicht einer Hetzjagd aussetzen möchte, raucht seit Jahrhunderten und schaut sich wirklich nicht jedes Mal das Päckchen an, aus dem er die Zigaretten klaubt. Eigentlich geht es ihm mit dem Zigarettenpäckli wie mit seiner Frau. Die schaut er auch täglich an und sieht sie doch nicht (sei mir nicht böse, Oski, gäll!). Vielleicht gibt's ja für solche Fälle mittlerweile auch ein Etui.

30 November 2007

Blog Herr Minder: Weg mit den Aschenbechern!

Der Wirt vom Schober jammert gerne und viel. Grad letztens an unserem Stammtisch-Jassabend hat er sich mal wieder lautstark über die «Jagd auf die Raucher» aufgeregt. Jetzt dürfe auch schon in den Kantonen Graubünden und Appenzell Ausserrhoden in den Beizen nicht mehr geraucht werden. «Schafseckle», meinte der Schober-Schorsch noch, bevor er sich seinen stinkenden Stumpen zwischen die Lippen klemmte. Der Schorsch hat Angst, dass auch in seiner Gaststube bald die letzte Zigarette im Aschenbecher ausgedrückt werden muss. Auch die Zuger Regierung hat sich nämlich für eine härtere Gangart entschieden. Richtig so! Das ist meine Meinung und dazu stehe ich, auch wenn ich am Stammtisch dafür böse Blicke und Flüche kassiere. Der Schorsch jammert regelmässig, dass er seine Beiz genauso gut zumachen könne, wenn nicht mehr geraucht werden dürfe. Dann würden die Gäste zu Hause bleiben und ihr Bier vor dem Fernseher trinken, weil sie doch nur noch dort ungestört an ihrer Zigarette oder ihrem Stumpen ziehen dürften. Da irrt er aber. Die Angst der Wirte ist unbegründet. Dazu muss der Schorsch nur einen Blick ennet den Gotthard werfen. Im Kanton Tessin gilt das Rauchverbot in Gaststätten schon seit letztem April und die Wirte haben immer noch gleich viel Geld in der Kasse wie vorher. Diese Erfahrung machen auch die Wirte im Ausland. Seit drei Monaten darf in den englischen Pubs nicht mehr geraucht werden, in Wales gilt das Rauchverbot sogar schon seit sechs Monaten. Und dort nimmt die Zustimmung zum Rauchverbot sogar noch zu. Und, Achtung Schorsch, jetzt wird es wichtig! Ein Viertel der Wirte gab in einer Umfrage an, dass sie neue Gesichter zu ihrer Stammkundschaft zählen.
Dann mal hopp, Schorsch. Räum die Aschenbecher weg!

28 November 2007

Blog Herr Minder: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte...

Auf meinen Spaziergängen kaufe ich bei Frau Holliger am Kiosk immer ein Päckli Hustentäfeli. Eine alte Gewohnheit. Noch vor ein paar Jahren erstand ich jeweils ein Päckli Zigaretten. An besonderen Tagen lag auch mal ein guter Stumpen drin. Nach meiner Raucherentwöhnung müssen es jetzt halt ein paar Bonbons tun. Der Abwechslung zuliebe nehme ich mir fast immer eine neue Täfelisorte vor und beim Auslesen schweift mein Blick meist auch zu den Zigarettenpäckli. Unglaublich, was auf diesen kleinen Päckli mittlerweile alles steht. Früher hat es mal noch ein Satz getan: «Rauchen kann ihrer Gesundheit schaden». Den konnte man ja noch gut ausblenden und ohne Brille war der kaum lesbar... Heute stehen auf den Zigarettenpäcki halbe Romane, wie beispielsweise «Rauchen fügt ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu». Wie heisst es aber so schön ? Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Gut also, dass den Rauchern künftig mit Bildern auf dem Zigarettenpäckli der Garaus gemacht werden soll. Ein Raucher mit einem täglichen Konsum von einer Packung mit 20 Zigaretten müsste sich nämlich so jedes Jahr 7'000 bis 8'000 Mal diese grausigen Föteli anschauen und das ist gut so! Stellen sie sich nun diejenigen Raucher vor, die nach einem feinen Essen zur Zigarette greifen und als erstes eine schwarze Raucherlunge oder ein völlig kranke Mundhöhle anschauen müssen.
Das wird dann hoffentlich auch ihrem Gast, liebe Frau Aeschbacher, die Lust am Rauchen nach dem Hackbraten und Kartoffelstock vergällen. Da würde der Glimmstängel wohl nicht erst im Kartoffelstock-Sossenseeli gelöscht sondern bereits im Apéritif ertränkt.

22 November 2007

Blog Frau Aeschbacher: Komm' und drück Deine Zigarette aus!

Irgendwie dünkt mich, die hustende Hyäne (vgl. den Kommentar zu meinem Beitrag vom 14. November " Ein Zigarettchen in Ehren...") wolle mich provozieren. Wahrscheinlich gehört sie (er?) zu denen, die der Meinung sind, wer sich für eine rauchfreie Umgebung ausspreche, habe vor allem ein Ziel: Den Rauchenden das Leben zu vermiesen. Das ist bei mir definitiv nicht der Fall. Warum sonst würde ich Gäste bei mir zuhause geradezu zum Rauchen zwingen? Gut, irgendwie ist es ja langsam aber sicher auch gar nicht mehr lustig zu schloten. Als ich noch jung war (ist ein paar Tage her), war Rauchen nicht nur cool. Es war ein Genuss, frei von schlechtem Gewissen (weil man ja nicht so genau wissen konnte und wollte, welche Folgen das coole Hobby haben würde), und immer ein toller Höhepunkt nach jedem Essen. Heute, wo ich (ja ja, nach der Arbeit, nicht im Büro) mehr im Internet surfe, denn am Stängel ziehe, weiss ich, dass Rauchen nicht nur zu Asthma, Raucherhusten, Krebs und Raucherlunge führt, sondern ebenso wenig zum Abnehmen taugt. Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention fasst so Sachen übrigens auch ganz schön zusammen, lest doch selber nach. Aber zurück zu uns, liebe Hyäne, zum Beweis, wie tolerant ich bin, lade ich Dich gerne mal zu mir nach Hause ein. Dann koche ich Dir Hackbraten mit Kartoffelstock, und Du darfst anschliessend eine paffen und ausnahmsweise sogar die Zigarette im Sossenseeli löschen - versprochen!

14 November 2007

Bolg Frau Aeschbacher: Ein Zigarettchen in Ehren...

Ich bin geknickt. Grummlig. Ich hatte heute einen schlechten Tag. Frühmorgens im Bus fing?s an. Was heisst hier Bus - Sardinenbüchse. Nach meiner Ankunft im Büro löste schliesslich ein Desaster das nächste ab: Kaffeemaschine ausgestiegen, muss in die Reparatur. Chef unzufrieden mit meiner gestrigen Arbeit, meine Kollegin sagt unser Mittagessen ab, und schliesslich entdecke ich auch noch ein Mottenloch im Pullover. Im Kaschmirpulli, dem besten, neusten, teuersten, den ich habe. Solche Tage sollte man gar nicht erst beginnen. Oder so schnell wie möglich aus der Erinnerung streichen. Um weitere Katastrophen abzuwenden, habe ich mir einen gemütlichen Fernsehabend versprochen. Doch auch dieses Projekt scheint zu scheitern: Das Fernseh-Programm ist einfach unzumutbar. Keine Kochsendung weit und breit, kein Krimi und kein Quiz. Am liebsten würde ich grad extra eine rauchen.
Na ja, Herr Carr, an meinem Rauchstopp vor ein paar Jahren nicht ganz unbeteiligt, demontiert eigentlich das Rauchen als Trost, ebenso das Rauchen zur Entspannung und so weiter... Hm... Abgesehen davon bin ich mir nicht sicher, ob meine Katze Momo schwanger ist. Und da ja Ungeborene durch unfreiwilliges Mitrauchen in der Schwangerschaft mit Giftstoffen belastet werden, lasse ich es für heute halt bleiben, beende diesen vermaledeiten Tag, gehe ins Bett und stehe NIE wieder auf.

08 November 2007

Blog Frau Aeschbacher: Warum weigern sich meine Gäste zu rauchen?

Ist es nicht schrecklich, eine schöne Reise zu machen, in schönen Restaurants zu sitzen, gut zu essen und zu trinken, bequem zu sitzen, und dann gibt's zum Dessert KEINE Zigarette? Weil verboten? Respektive wenn, dann draussen auf dem Trottoir, aber Kippe mitnehmen, bitte schön (ist mir in Singapur passiert, ich reise nie mehr nach Singapur!)? Um eines klarzustellen: Ich finde rauchen widerlich. Garstig. Absolut unästhetisch. Raucher, die vor mir gehen und rauchen, nerven mich. Aber es gibt Dinge auf dieser Welt, die sind noch garstiger. Nämlich Gast zu sein, und nicht rauchen zu dürfen. Ich habe mir einst als Raucherin geschworen: Wenn ich mal nicht mehr paffe, sollen's meine Gäste weiterhin schön haben. Bei mir zuhause, nach dem Hackbraten mit Kartoffelstock, eine anzünden, zurücklehnen, geniessen. Das zahlt sich letztlich auch für mich aus (die Leute kommen gerne wieder!). Abgesehen davon: Ist es nicht doof, wenn sich ganze Horden vor Haustüren zu Tode frieren? Apropos frieren: Gestern fand ich doch tatsächlich auf meinem Balkon ein Päckchen Zigaretten. Vier Stück waren noch drin. Und ein Feuerzeug. Zwei ausgesaugte Filter-Enden im kleinsten meiner hellgrauen Marmor-Aschenbecher (Geschenk von O.). Wer gopfridstutz hat hier wann geraucht? Der in der Rekrutenschule angeblich raucherentwöhnte uneheliche Sohn meiner Nachbarin vielleicht? Und überhaupt, warum qualmen meine Besucher DRAUSSEN? Wo ich doch jederzeit betone, dass man das bei mir zuhause auch DRINNEN machen kann? Die Angewohnheit scheint meine Gäste hin und wieder von mir wegzulocken, so weit sind wir gekommen! Während ich am schön gedeckten Tisch Suppe schöpfe, süchtelen sie auf meinem Balkon seelenruhig vor sich hin... Oder noch schlimmer, vielleicht rauchen sie den ganzen Abend gar nicht, um sich dann erlöst auf dem Heimweg endlich eine anzustecken. KANN MIR VIELLEICHT JEMAND SAGEN, WARUM SICH MEINE GÄSTE WEIGERN, BEI MIR ZU RAUCHEN??????
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