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Tabak laut Studie ein globales Umweltproblem 
09.12.09
Der Anbau von Tabak ist nach Ansicht von Forschern ein globales Umweltrisiko: Böden werden durch Pestizide vergiftet und immer mehr Kulturpflanzen verdrängt.

«Der Tabakanbau hinterlässt eine Spur der Umweltzerstörung und des sozialen Elends», hat Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg gesagt. Sie stellte den ersten deutschen Report zum Thema «Umweltrisiko Tabak - von der Pflanze zur Kippe» vor.

Böden und Gewässer würden durch Pestizide massiv vergiftet, wertvolle Wälder zugunsten von Anbauflächen zerstört und Arbeiter erkrankten auf den Plantagen durch den Kontakt mit den nikotinhaltigen Blättern, so der Bericht.

Tabak verdrängt Nahrungspflanzen

Zudem befördere der Tabakanbau die soziale Not. «Hunger und Armut sind die Folgen, wenn lebensnotwendige Agrarpflanzen durch Tabakanbau ersetzt werden» sagte Pötschke-Langer, die neben der DKFZ-Abteilung Krebsprävention auch das WHO-Zentrum für Tabakkontrolle leitet.

Zigarettenkippen sind Sondermüll

Auch die gewaltige Masse von Tabakabfällen sei ein riesiges Problem, sagte die Wissenschaftlerin. Zigarettenkippen steckten voller giftiger und krebserregender Substanzen. Kippen dürften nicht mehr einfach weggeworfen, sondern müssten als Sondermüll entsorgt werden.

Immense Gesundheitskosten durch Tabak

Kein anderes Massenprodukt sei «bei seiner Herstellung, seinem Konsum und seiner Entsorgung derart risikobelastet und gefährlich wie Tabak», heisst es in dem Report weiter. Die Folgekosten würden der Gesellschaft aufgebürdet, anstatt der Tabakindustrie.

Laut einer weiteren neuen Studie mit dem Titel «Die Kosten des Rauchens für Gesundheitswesen und Volkswirtschaft» betragen die direkten und indirekten Kosten des Rauchens etwa im Bereich Gesundheit und Umwelt alleine in Deutschland rund 34 Milliarden Euro jährlich.

WHO prangert Tabakkonsum an

Die WHO warnte gleichzeitig vor den Gefahren des Tabaks. Weltweit seien immer noch 94 Prozent der Menschen nicht durch Gesetze vor Tabakrauch geschützt. «Es muss schnell gehandelt werden, um Menschen vor Tod und Krankheit ausgelöst durch Tabakrauch zu schützen», so die Weltgesundheitsorganisation.

Gemäss Angaben im WHO-Jahresbericht «Weltweite Tabak-Epidemie» sterben weltweit jedes Jahr 600'000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens, insgesamt sind es mehr als 5 Millionen Menschen, die jährlich wegen Tabak sterben. (pet, dpa/reuters)


 
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